Montag, den 13. April, 18.30 Uhr, Hörsaal A im NIG Gebäude
Vortrag von Sebastian Jablonski (Universität Potsdam)

Dieser Vortrag untersucht, wie der Pazifik nicht als abgelegene und zersplitterte Region, sondern als Raum tiefer Verbundenheit und Verflechtung verstanden werden kann. Ausgehend von der Geschichte der Pitcairninseln analysiere ich, wie britische und amerikanische Akteure ihren Einfluss über die Ozeane hinweg ausdehnten – durch Religion, Handel und Erzählungen ebenso wie durch formale Macht. Um diese verstreuten, aber dennoch miteinander verbundenen Formen subtilen imperialen Einflusses zu erfassen, schlage ich das Konzept des Influpelago vor. Der Vortrag eröffnet eine neue Perspektive auf Inseln, Imperien und den Austausch von Ideen über das Meer. Damit stellt er vertraute europäische Vorstellungen von Distanz, Peripherie und Macht infrage.
Sebastian Jablonski hat Abschlüsse in Englischdidaktik von der Universität Warschau und in anglophoner Moderne in Literatur und Kultur von der Universität Potsdam. Derzeit promoviert er an der Universität Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Pitcairninseln im 19. Jahrhundert im Kontext der anglo-amerikanischen Kolonialisierung des Pazifiks sowie auf der Untersuchung der Dichotomie zwischen US-amerikanischem Exzeptionalismus und Imperialismus aus der Perspektive der Archipelstudien.